Palantir – das Betriebssystem des Überwachungsstaats

Werkzeuge wie Palantir ermöglichen eine bislang beispiellose Integration und Auswertung riesiger, heterogener Datenmengen in Echtzeit.

Spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden im Jahr 2013 ist bekannt, welches Ausmaß staatliche Datensammlungen annehmen können. Damals sprach man vom „permanent record“ – der dauerhaften Speicherung von Informationen über Menschen bei den US-amerikanischen Sicherheitsbehörden.

Was damals noch wie eine dystopische Vision wirkte, ist heute technische Realität: Dank flächendeckender Vernetzung, enormer Speicher- und Rechenleistung ist aus dem permanenten Datensatz ein permanenter Datenstrom geworden, der

„permanent data stream“

Massenüberwachung findet automatisiert und in Echtzeit statt.

Der Beitrag beleuchtet zunächst die Systematik von Datenintegration und Echtzeitverarbeitung und zeigt, wie solche Systeme zur Entscheidungsunterstützung eingesetzt werden. Anschließend werden rechtliche, ethische und demokratietheoretische Fragen diskutiert. Angesprcohen werden grundlegende Probleme automatisierter Entscheidungssysteme wie Automation Bias, algorithmische Diskriminierung und Chilling Effects.

Wissen über Menschen wird dabei zur Ressource staatlicher Macht – mit tiefgreifenden Folgen für Transparenz, individuelle Freiheit und Selbstbestimmung.

Zwar kann anlasslose Massenüberwachung punktuell zur Erhöhung der Sicherheit beitragen, da sie das staatliche Gewaltmonopol stärkt. Die damit verbundene gesellschaftliche Transformation ist jedoch mit Menschenrechten und demokratischen Grundprinzipien unvereinbar.

In einem Überwachungsstaat sind Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und demokratische Teilhabe nicht möglich.

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Das Verwirrspiel mit den Datenschutzeinstellungen – konzertierte Aktion der Verbraucherschutzbehörden gegen Google

Jede*r weiss, wie kompliziert die Datenschutzeinstellungen gemacht werden, so dass mensch aufgibt und hinnimmt, dass die eigene Privatsphäre nicht einmal so weit geschützt wird, wie es möglich wäre.

Nutzer*innen werden dazu gedrängt, allem zuzustimmen indem „Nudging“, umständliche Einstellungsoptionen und sogenannte „Dark Pattern“ angewandt werden.

Von datenschutzfreundlichen Voreinstellungen ganz zu schweigen, obwohl diese dank der DSGVO gegeben sein müssten.

Nun gehen die europäischen Verbraucherschutzbehörden gemeinsam gegen Google vor, und reichen bei 10 Aufsichtsbehörden Beschwerden dagegen ein. Eigentlich hätten die Behörden und die Politik bereits vor Jahren aktiv werden müssen.

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Schritt-für-Schritt-Anleitung: Firefox als Standard-Browser einrichten

Damit der Browser Firefox startet, wenn man in einer E-Mail einen Link anklickt muss Firefox als Standard-Browser eingestellt werden.

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Zoom Datenschutz-gerecht im Online-Lehrbetrieb nutzen

Wir stellen hier Informationen zusammen, wie Zoom an der TU betrieben wird und wie Veranstalter und Teilnehmer die Software datensparsam nutzen können. Dieser Beitrag wird regelmäßig ergänzt.

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Geplante Corona Tracing-App soll Daten zentral speichern?

Um Kontakte von COVID-19 Infizierten zu informieren, werden Bluetooth-Verbindungen nutzende Apps entwickelt. Diskutiert werden zwei Ansätze: Zentrale Speicherung aller Daten und dezentrale Speicherung (d.h. ausschließlich auf den Endgeräten).

Nun zeichnet sich ab, dass die aus Datenschutzgründen bedenkliche zentrale Speicherung umgesetzt werden soll. Damit entstände ein riesiger „Big Data“ Pool, der Begehrlichkeiten seitens des Staates und privater Unternehmen weckt. Verknüpft mit anderen Datenbeständen können dadurch -so die berechtigten Befürchtungen- unter anderem nicht-anonyme Bewegungs- und Kontaktprofile vieler Menschen generiert werden.

Ein internationales Forschergremium mit deutscher Beteiligung hat nun einen Brandbrief veröffentlicht.

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DSGVO begünstigt die großen Internet-Konzerne?

Laut eine mehrfach im Internet publizierten Meldung der Zeitung Welt am Sonntag begünstige das EU-Datenschutzgesetz Google, Facebook und Co. – ist dem wirklich so?

Die dort zitierte Studie sagt zwar etwas anderes aus, jedoch gewinnen die großen Anbieter Marktanteile und können dadurch (noch) zielgerichtetere personalisierte Werbung ausspielen.

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Firefox-Update bietet verbesserten Schutz vor Aktivitätenverfolgung

Mit dem Update auf Firefox-Version 70 wird die Privatsphäre besser geschützt. Web-Tracker und andere Elemente zur Aktivitätenverfolgung können besser ausgesperrt werden.

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